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das stundengebet
Allgemeines
zum Stundengebet
Seit ihren Anfängen wußte die Kirche um ihren Auftrag, unablässig
zu Gott zu singen und zu beten. Das Stundengebet (der Name kommt von den
verschiedenen Gebetsstunden am Tag) ist das offizielle kirchliche Gebet, das
nicht nur von den Diakonen und Priestern, sondern vom ganzen Volk Gottes gebetet
werden sollte. Der lateinische Fachausdruck "Offizium" (= Amt, Dienst,
Pflicht) weist darauf hin. Wie die Heilige Messe ist auch das Stundengebet eine
gemeinschaftliche Feier.
Die Tradition des Stundengebetes kommt schon aus dem Judentum. Zur Zeit Jesu
kennt man fünf verschiedene Gebetszeiten, unter denen vor allem die morgendliche
und die abendliche besonders bedeutend waren. Diesem Brauch blieb die Kirche in
den ersten Jahrhunderten treu. Als das Christentum schließlich Staatsreligion
wurde, erlahmte auch der religiöse Eifer und das regelmäßige Gebet wurde nur
noch von den Geistlichen, hauptsächlich in den Kloster- und Domkirchen,
verrichtet. Um den auf Reisen befindlichen die Möglichkeit zum Stundengebet zu
geben, schuf man eine Kurzfassung, Breviarium genannt (daher der Name
"Brevier"). Erst seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird wieder betont,
daß das Stundengebet ein Gebet für alle Glieder der Kirche ist. Wenn auch alle
zur Mitfeier eingeladen sind, so sind die Mitglieder von Ordensgemeinschaften
sowie Priester und Diakone besonders beauftragt und verpflichtet, dieses Gebet
regelmäßig zu vollziehen.
Der Aufbau
des Stundengebetes
Das Stundengebet besteht aus den verschiedenen Gebetshoren (lat.
hora = Stunde). Die beiden "großen" Gebetszeiten sind die "Laudes"
(Morgenlob) und die "Vesper" (Abendlob). Dazwischen liegen die "Terz",
die "Sext" und die "Non" (nach der alten römischen Zeitrechnung
zur dritten, sechsten und neunten Stunde des Tages). Den Abschluß des Tages
bildet die "Komplet". Die "Lesehore", deren Schwerpunkt auf dem
Lesen der Bibel und verschiedener theologischer Texte liegt, kann zu einer
beliebigen Tageszeit gebetet werden.
Alle Gebetszeiten sind vom Aufbau her gleich - mit geringfügigen Variationen.
Die Hore beginnt mit dem Eröffnungsruf und dem Hymnus. Das Kernstück bilden die
Psalmen und Gesänge aus dem alten und neuen Testament. Es folgen Lesung und
Antwortgesang. Terz, Sext, Non und die Lesehore werden nun mit einem Gebet
abgeschlossen. Bei Laudes, Vesper und Komplet sind Texte aus dem Lukasevangelium
vorgesehen: In den Laudes ist es das "Benedictus" (Lk 1,68-79; Lobgesang
des Zacharias), in der Vesper das "Magnificat" (Lk 1,46-55; Lobgesang
Mariens) und in der Komplet das "Nunc Dimittis" (Lk 2,29-32; Lobgesang
Simeons). Fürbitten, Vaterunser und ein Schlußgebet beenden die Laudes und die
Vesper, die Komplet endet mit dem Schlußgebet und einem Marienlob.
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