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die messe



Die Feier des Altarsakramentes ist das Zentrum des christlichen Tuns. Daher ist das regelmäßige Mitfeiern der Heiligen Messe, besonders am Sonntag, dem Tag des Herrn, für alle Katholiken eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
 

Formen der Messfeier

Wir unterscheiden folgende Formen der Messfeier:

  • Ein Pontifikalamt ist eine Messfeier, bei der der Bischof oder ein ihm Gleichgestellter den Vorsitz hat und die Pontifikalien verwendet.

  • Beim Hochamt ist feierlicher Chorgesang, Assistenz (Diakon, Akolythen, Thurifer, Zeremoniär, ...) und Weihrauch.

  • Beim Amt ist auch Chorgesang, jedoch kein Weihrauch und nur Akolythen für die Evangeliumsprozession.

  • Bei der Singmesse singt die mitfeiernde Gemeinde.

  • Die gelesene Messe ist ohne musikalische Gestaltung.

Jene Teile des Gottesdienstes, die vom Chor oder vom Volk gesungen oder gebetet werden, nennen wir Ordinarium und Proprium. Das Ordinarium beinhaltet jene Teile der Heiligen Messe, die im Text unverändert bleiben, also Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus (und Benedictus), Agnus Dei. Das Proprium beinhaltet jene Teile, die sich im Laufe des Kirchenjahres ändern, also der Eröffnungsvers (Introitus), der Psalm zwischen den Lesungen (Graduale), der Ruf vor dem Evangelium, der Vers zur Gabenbereitung (Offertorium), der Vers zur Kommunion (Communio). Die Verse zur Eröffnung, zur Gabenbereitung und zur Kommunion werden meist durch ein so genanntes Zeitlied ersetzt, also einem Lied, das zur Zeit im Kirchenjahr passt.


Die einzelnen Teile der Heiligen Messe

Die Eröffnung

"Die Gemeinde versammelt sich" ist der erste Satz im Gottesdienstablauf des Messbuchs. Damit ist schon deutlich gesagt, dass es sich bei der Feier der Heiligen Messe um eine Gemeinschaftsfeier handelt. Die Gemeinde kommt zusammen, um Gottes Wort zu hören, ihm für seine großen Taten zu danken, um ihn zu loben und zu preisen und in der Gemeinschaft seine Nähe zu erfahren.

Der Einzug

Der Gottesdienst beginnt mit dem Einzug des Priesters und jener, die einen besonderen Dienst versehen. Das Kreuz, das manchmal vorangetragen wird, stellt schon zu Beginn den Bezug der Heiligen Messe zum Kreuzesopfer her. Auch das Evangeliar kann mitgetragen und auf den Altar gelegt werden, um den Zusammenhang zwischen dem Geschehen am Altar und der Frohen Botschaft deutlich zu machen.
Im Altarraum angekommen, küssen Priester und Diakon den Altar und beräuchern ihn gegebenenfalls mit Weihrauch. Damit wird die Verehrung des Altares als Tisch des Herrn ausgedrückt.

Die Begrüßung

Wo Menschen zusammenkommen, begrüßen sie einander. Nun können kurze Eröffnungsworte folgen, die in die Thematik oder den Anlass des Gottesdienstes einführen.

Der Bußakt

Die Eröffnungsworte leiten zum Schuldbekenntnis über. Schon im Frühchristentum war es üblich, zu Beginn der Eucharistiefeier einander die Sünden zu bekennen, um mit reinem Herzen an der Feier teilnehmen zu können. Das "Kyrie eleison" (Herr erbarme dich) am Ende des Bußaktes macht uns bewusst, wie sehr wir Gottes Geduld brauchen.

Das Gloria

ein altchristliches Morgenlied, erklingt an Sonn- und Festtagen außerhalb der Advent- und Fastenzeit. Lob, Dank und auch Bitte bringt die Gemeinde im Glorialied zum Ausdruck.

Das Tagesgebet

beschließt die Eröffnung der Messfeier. Der Priester spricht es im Namen der Gemeinde. Auf die Einladung "Lasset uns beten" folgt eine Stille, in der die Gläubigen ihre eigenen Gebetsanliegen in das Gebet einbringen können. Dem Priestergebet, das den Anlass des Gottesdienstes noch einmal zusammen gefasst, folgt das bestätigende "Amen" (= so sei es) der Gemeinde.
 

Der Wortgottesdienst

Der Wortgottesdienst ist eine der beiden Säulen der Messfeier. So wie in der Eucharistiefeier Christus in Brot und Wein gegenwärtig wird, so wird er im Wortgottesdienst durch die Lesungen und das Evangelium gegenwärtig. Seinen Ursprung hat der Wortgottesdienst im jüdischen Synagogengottesdienst, der von den Christen übernommen und bald fix zum Bestandteil der Messfeier wurde. An Sonn- und Feiertagen gibt es zwei, an Wochentagen nur eine Lesung vor dem Evangelium.

Die Lesungen

Die erste Lesung ist entweder eine Lesung aus dem Alten Testament oder aus der Apostelgeschichte (vor allem in der Osterzeit). Inhaltlich gibt es meist einen Zusammenhang mit dem Evangelium. Die zweite Lesung ist eine Lesung aus einem Apostelbrief (Epistel) oder aus der Offenbarung des Hl. Johannes.

Die Zwischengesänge

Auf die erste Lesung folgt der Antwortpsalm mit seinem Kehrvers. Er ist ein wesentliches Element des Gottesdienstes und passend zur Lesung ausgewählt. Er soll es ermöglichen, dass die Gläubigen die biblische Botschaft überdenken und darauf antworten. Auf die zweite Lesung folgt der Ruf vor dem Evangelium. Außerhalb der Fastenzeit ist es immer das "Halleluja", in der Fastenzeit nennt man den Ruf "Traktus". Der Vers, der zwischen dem Ruf gesungen wird, ist oft ein Zitat aus dem Evangelium. Im Halleluja begrüßt die Gemeinde den Herrn, der zu ihr spricht. An einigen hohen Festtagen kann dem Halleluja eine "Sequenz" folgen, das ist ein besonders festlicher Lobgesang.

Das Evangelium

Es ist der Höhepunkt des Wortgottesdienstes, da Christus selbst gegenwärtig ist und zu den Gläubigen spricht. Nur ein Priester oder Diakon darf es verkünden. Der Priester bereitet sich durch ein Gebet darauf vor, der Diakon empfängt sogar einen Segen, damit er die Frohe Botschaft würdig verkündet. Auch die Evangeliumsprozession und die Verwendung von Weihrauch und Leuchter sind Zeichen seiner zentralen Stellung.

Die Predigt (Homilie)

Da die Texte der Heiligen Schrift oft nicht gleich verständlich sind, werden sie in der Predigt vom Priester oder einem anderen Beauftragen ausgelegt. An Sonn- und Feiertagen ist die Predigt verpflichtend. Empfohlen wird sie auch an den Wochentagen des Advents und der Fastenzeit.

Das Glaubensbekenntnis

An Sonn- und Feiertagen folgt nun das Glaubensbekenntnis, mit dem die Gemeinde dem zustimmt, was sie im Wortgottesdienst gehört hat. Sie bekennt ihren Glauben und erneuert so das bei der Taufe gegebene Versprechen.

Die Fürbitten

In den Fürbitten übt die Gemeinde ihr priesterliches Amt aus, für alle Menschen zu beten. Der Priester leitet dieses Gebet und lädt die Gläubigen dazu ein. Die Reihenfolge der einzelnen Bitten soll etwa so sein:

1. für die Anliegen der Kirche,
2. für die Regierenden und das Heil der ganzen Welt,
3. für alle von verschiedener Not Bedrückten,
4. für die Ortsgemeinde,

Die letzte Fürbitte ist meist für die Verstorbenen. Bei der Gestaltung sollen egoistische Formulierungen wie "gib uns", "mach uns" oder "schenke uns" vermieden werden.
 

Die Eucharistiefeier

"Eucharistie" heißt übersetzt "Danksagung". Wir sagen Gott Dank, dass er seinen Sohn Jesus Christus gesandt hat, um uns durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung zu erlösen. Die Eucharistiefeier ist der Mittelpunkt des kirchlichen Lebens, denn Jesus hat selbst aufgetragen: "Tut dies zu meinem Gedächtnis."

Die Gabenbereitung

Nach dem Fürbittgebet wird Brot und Wein zum Altar gebracht und der Tisch gedeckt. Ursprünglich brachte man beim Opfergang nicht nur Brot und Wein, sondern auch andere Gaben für die Kirche und die Armen. Ab dem 11. Jahrhundert wurde diese Gabenprozession langsam von der Geldkollekte abgelöst.

Sind Brot und Wein beim Altar, spricht der Priester Gebete, die schon zur Zeit Jesu beim jüdischen Mahl als Segen über Brot und Wein gesprochen worden sind. Hierauf können die Gaben, der Altar, der Priester und die übrigen Anwesenden mit Weihrauch inzensiert werden. Dadurch soll angedeutet werden, dass die Gaben und unsere Gebete wie Weihrauch zu Gott emporsteigen sollen. Die Händewaschung verdeutlicht die innerliche Vorbereitung auf die Feier. Sie ist Symbol für das Abwaschen der Sünden.

Das Gabengebet mit der Bitte um die Heiligung der Gaben beschließt die Gabenbereitung und leitet zur großen Danksagung der Kirche, zum eucharistischen Hochgebet über.

Das eucharistische Hochgebet

Das Hochgebet ist Dankgebet und Mittelpunkt der Messfeier. Ursprünglich war es ein vom Bischof frei formuliertes Gebet. Langsam begann man den Text aber aufzuschreiben und bis ins 12. Jahrhundert entstanden eine Fülle von eucharistischen Hochgebeten. Leider waren darunter auch etliche, die mit der Lehre des Glaubens nicht ganz vereinbar waren. So schrieb man beim Konzil von Trient (1545-1563) ein einziges Hochgebet für die ganze Kirche vor, den so genannten "Römischen Kanon" (Hochgebet Nr. 1 im Messbuch). Erst nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurden wieder mehrere Hochgebete eingeführt.

Das eucharistische Hochgebet hat folgenden Aufbau:

  • In der Präfation findet die Danksagung den stärksten Ausdruck. In ihr wird auch das Thema der Messfeier mit dem gesamten Werk der Erlösung in Verbindung gebracht. Präfationen gibt es also für alle Zeiten und Anlässe im Kirchenjahr.

  • Das Sanctus (Heilig) drückt aus, dass die feiernde Gemeinde mit der ganzen Kirche und den himmlischen Mächten vereint, das Lob Gottes singt. Dieser Huldigungsruf hat seine Wurzeln sowohl im Alten als auch im Neuen Testament.

  • In der Epiklese (Wandlungsbitte) wird um die Heiligung der Gaben durch den Heiligen Geist gebetet, damit Brot und Wein zu Leib und Blut Christi werden.

  • Der Einsetzungsbericht gilt als Höhepunkt des eucharistischen Geschehens. Christus wird inmitten der Gemeinde "realpräsent", wirklich und leibhaftig gegenwärtig. Zugleich wird sein Auftrag erfüllt, dies zu seinem Andenken zu tun. Die Gemeinde stimmt diesem "Geheimnis des Glaubens" (Akklamation) zu und bekennt: "Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit."

  • In der Anamnese (Gedächtnis) wird der Gedanke der Akklamation weiter entfaltet und besonders an das Leiden, die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi gedacht.

  • Das Darbringungsgebet soll die feiernde Gemeinde daran erinnern, nicht nur Leib und Blut Christi, sondern auch sich selbst Gott darzubringen, um mit ihm immer tiefer eins zu werden.

  • Die Interzessionen (Fürbitten) machen deutlich, dass Eucharistie immer in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche gefeiert wird. So wird für alle Lebenden und Verstorbenen gebetet.

  • In der Schlußdoxologie (Lobpreis "Durch ihn und mit ihm und in ihm ...") kommt nochmals Preis und Verherrlichung Gottes zum Ausdruck. Die Gemeinde antwortet zustimmend: "Amen".

Die Kommunion

Ebenso wie das Hören des Wortes Gottes, das lobpreisende Danken der versammelten Gemeinde und das Gegenwärtigwerden Christi gehört die Kommunion, die gemeinsame Mahlzeit, zu den wesentlichen Elementen der Messfeier. Verschiedene Riten bereiten die Kommunion vor:

  • Das Vaterunser wird seit dem 4. Jahrhundert an dieser Stelle gebetet. Es ist das "Tischgebet" der Eucharistiefeier.

  • Der Embolismus (Einlage) führt die letzte Bitte des Vaterunser weiter und wird durch die alte, jedoch erst 1969 wieder eingeführte Doxologie ("Denn dein ist das Reich ...") abgeschlossen.

  • Die Friedensbitte und das Friedensgebet sind eine sehr alte Tradition. Sie sollen Symbol dafür sein, dass die Gläubigen zu Frieden und Einheit der Kirche und der gesamten Menschheit bereit sind, ehe sie zum Tisch des Herrn gehen und Mahl halten. In einem Zeichen (z.B. Händereichen) soll dies deutlich zum Ausdruck kommen.

  • Das Brechen des Brotes hatte ursprünglich eine praktische Bedeutung, da man bis ins 12. Jahrhundert keine vor geformten Hostien sondern ein Brot verwendete, das vor der Kommunion gebrochen werden musste. Das Brechen des Brotes hat aber auch einen theologischen Sinn: Es zeigt, dass wir alle von einem Brot des Lebens essen, das Christus ist, und dadurch ein Leib werden. An dieser Stelle wird auch ein Teil der Hostie in den Kelch gegeben. Dieser Brauch stammt aus den ersten Jahrhunderten. Damals wurde ein Teil des gewandelten Brotes von der Bischofskirche in die Ortsgemeinden gebracht und an eben jener Stelle dem Wein beigegeben. So brachte man die Einheit der Ortsgemeinden mit der Bischofskirche zum Ausdruck.

  • Das Agnus Dei (Lamm Gottes) wird etwa seit dem 12. Jahrhundert gebetet. Es nimmt die Worte Johannes des Täufers auf, mit denen er auf Christus hinwies.

  • Das "Ecce Agnus Dei" ("Seht das Lamm Gottes ...") lädt die Gemeinde zur Teilnahme am Tisch des Herrn ein. Priester und Gemeinde antworten darauf mit den Worten des heidnischen Hauptmannes und bezeugen damit, dass allein das Erbarmen Gottes sie würdig macht, am Mahl teilzunehmen.

  • Der Kommunionempfang kann bei bestimmten Anlässen auch unter beiden Gestalten erfolgen.

  • Eine Zeit der Stille soll nach der Kommunion das persönliche Gebet der Gläubigen fördern.

Das Schlussgebet

Im Schlussgebet wird Gott für die empfangenen Gaben gedankt und der Anlass der Messfeier nochmals zusammen gefasst.


Der Abschluss

Schlusssegen und Entlassung

Vor dem Schlusssegen können noch Verlautbarungen gemacht werden. Danach wird die Gemeinde mit dem Segen Gottes wieder in den Alltag entlassen, um sich dort als Christen zu bewähren.


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