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liturgische haltungen
Am Aussehen eines Menschen
erkennt man oft, wie es in seinem Inneren zugeht: Ob er traurig ist, fröhlich
oder nachdenklich, ob er es eilig hat, ...
Beim Gottesdienst ist es genauso. Wer bewusst und aktiv mitfeiert, wird das auch
durch seine Körperhaltung, durch Zeichen und Symbole ausdrücken. Wir
Ministranten stehen dabei natürlich (leider?) im Blickpunkt der Gläubigen. Wir
wirken sozusagen als Vorbilder. Viele Gottesdienstbesucher richten sich nach
dem, was wir als Ministranten tun: Sie stehen gemeinsam mit uns auf, sie knien
sich mit uns nieder, usw. Daher ist es wichtig, dass gerade wir wissen, was
die verschiedenen Körperhaltungen und Handlungen bedeuten und wann man sie
verwendet.
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Das Stehen
Das
Stehen ist seit jeher eine Haltung der Ehrerbietung und Wertschätzung.
Vor Gott zu stehen galt und gilt als besondere Hochschätzung und
Anerkennung der göttlichen Größe. Die Grundhaltung beim Gottesdienst und
beim Beten ist das Stehen. |
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Das Knien
Das Knien ist Ausdruck der Demut, der Unwürdigkeit, aber
auch der tiefen Ehrfurcht vor den göttlichen Geheimnissen. Daher sollen
die Gläubigen zumindest bei der Wandlung der Hl. Messe und beim
Eucharistischen Segen knien.
Eine besondere Form des Ausdrucks von tiefer Demut und Buße ist die
so genannte "Prostratio". Dabei legt man sich mit dem Gesicht nach
unten ganz auf den Boden. Sie wird in der Liturgie zu Beginn der
Karfreitagsliturgie vom Priester und beim Empfang des Weihesakramentes
von den Weihekandidaten gemacht.
Wir knien wenigsten
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Das Sitzen
Ursprünglich war das
Sitzen eine mit der Würde des Gottesdienstes unvereinbare Haltung. Es
war nur dem Bischof bei der Ausübung seines richterlichen Amtes erlaubt.
Heute unterstreicht das Sitzen des Zelebranten bei gewissen liturgischen
Handlungen sein Amt als Vorsteher des Gottesdienstes. Das Sitzen der
Gläubigen unterstreicht jedoch höchstens die menschliche Schwachheit. |
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Die Handhaltung
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Das Falten der Hände
ist erst in germanischer Zeit üblich geworden. Es geht auf die
Huldigungsform zurück, nach der der Lehensherr einem Untergeordneten
sein Lehen symbolisch übergab. Die Handhaltung soll uns daran
erinnern, daß auch wir von Gott Gnaden empfangen. So wie unsere
Seele zum Himmel ausgerichtet ist, so weisen auch unsere Hände nach
oben. Die gekreuzten Daumen erinnern uns beim Gebet immer wieder an
das Kreuzesopfer Christi. Die ruhige Handhaltung soll auch an die
Bereitschaft erinnern, den Gottesdienst bewusst mitzufeiern.
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Das Verschränken der Hände
ist Ausdruck der Gebetsbereitschaft und der Sammlung. Wer die Hände
verschränkt, arbeitet nicht und kann sich daher voll auf den
Gottesdienst konzentrieren.
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Das Pochen an die Brust
gilt als Zeichen des Schuldbewusstseins und der Reue, denn nach alter
Auffassung galt das Herz als Sitz der Sünde.
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Das Ausbreiten der Hände
ist die älteste Form der Gebetsstellung. In früherer Zeit beteten
alle Gläubigen in dieser Stellung. Sie erinnert an die Kreuzigung
und soll den Beter so Christus näher bringen. Heute breitet nur noch
der Priester die Hände beim Gebet aus.
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Das Ausstrecken der Hände
vor der Wandlung über die Opfergaben stammt von einem Brauch aus dem
Alten Testament. Vor der Opferung des Opfertiers breitete man über
ihm die Hände aus, um damit die Übertragung der Sünden auf das Tier
anzudeuten. In der Hl. Messe überträgt der Priester unsere Sünden
auf Christus, der sie durch seinen Tod am Kreuz gesühnt hat.
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Die Handauflegung,
wie z.B. bei der Firmung, deutet die Vermittlung der Gnade an. Sie
wird bei der Spendung von verschiedenen Sakramenten verwendet.
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Das Kreuzzeichen
Durch das Kreuzzeichen
bekennen wir in kürzester Form den Glauben an Christus und an das vom
Kreuz kommende Heil. Es war wohl schon von Anfang an als Symbol der
Christen gebräuchlich.
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Das große Kreuzzeichen
(lateinisches Kreuzzeichen) soll bedeuten, daß wir die Botschaft
Jesu mit dem Verstande begreifen (Stirn), im Herzen bewahren (Brust)
und mit unserer Hände Arbeit (Schultern) umsetzen wollen.
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Das kleine Kreuzzeichen
soll bedeuten, dass wir die Botschaft Jesu mit dem Verstande
begreifen (Stirn), verkünden (Mund) und im Herzen bewahren wollen.
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Das Segenskreuzzeichen
wird über den zu segnenden Personen oder Gegenständen gemacht.
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Die Kniebeuge
Ursprünglich verpönt, da sie an die Verspottung Jesu
durch die Soldaten erinnerte, galt sie bald als besonderer Ausdruck der
Anbetung und wie das Knien als Zeichen der Demut.
Die Kniebeuge wird gemacht:
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Beim Kommen und Verlassen des Gottesdienstes als Gruß
zum Tabernakel hin, in dem das Allerheiligste verwahrt wird.
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Beim Öffnen und Schließen des Tabernakels von der jeweiligen Person.
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Vor dem Kreuz am Karfreitag und bei den Worten
"Wir beten dich an Herr Jesus Christus und preisen dich, ...".
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Am Hochfest der Geburt des Herrn und am Hochfest der Verkündigung
des Herrn beim Credo zu den Worten "empfangen durch den Hl.
Geist, geboren von der Jungfrau Maria, ...".
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Zu Pfingsten beim Halleluja zu den Worten "Komm,
Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen, ...".
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Die Verneigung
So wie die Kniebeuge ist auch die Verneigung ein Zeichen
der Demut aber auch Ehrenbezeigung. Wir unterscheiden
Die große Verneigung wird gemacht
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am Ende jeder Meßfeier zum Altar hin, wenn der Zelebrant diesen
durch Kuß verehrt;
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beim Altarkuß des Zelebranten zu Beginn eines Gottesdienstes, sofern
man selbst vor dem Altar steht.
Die kleine Verneigung wird bei der Handreichung von
liturgischen Gegenständen an den Zelebranten oder Diakon gemacht (dazu
zählt auch das Beräuchern mit Weihrauch). |
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Der liturgische Kuss
So wie im täglichen Leben gilt auch der Liturgie der Kuss als
Zeichen der Zuneigung und Verehrung. So soll der Kuss die Liebe zu Christus und
seinem Evangelium ausdrücken, wenn der Priester den Altar oder das Evangeliar
küsst.
Außer bei den oben genannten Anlässen wird ein Kuss durch Umarmung auch beim
Friedensgruß der Hl. Messe und bei der Spendung des Weihesakramentes angedeutet.
AUSNAHMEN!
Wer liturgische Gegenstände trägt, der kann nur stehen, damit
gehen oder, sofern es sich nicht um Vortragskreuz, Bischofsstab oder
Bischofsmütze handelt, knien. Ansonsten sind keine anderen liturgischen
Haltungen zulässig.
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