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liturgische orte
geschichte und entwicklung verschiedener
stilformen
Der Gottesdienst der ersten
Christen wurde in Privathäusern abgehalten (den sog. Tituli). In Rom erinnern
noch die Namen einiger alter Kirchen an ihre frühchristliche Verwendung. An den
Gedächtnistagen der Märtyrer versammelte man sich außerdem in den Grabkapellen
der Katakomben, wo der Märtyrerleib bestattet war. Der regelmäßige Gottesdienst
wurde aber nie in den Katakomben gefeiert.
Erst die Zeit Kaiser Konstantins (um 300) bringt eine wesentliche Änderung.
Nachdem das Christentum zur Staatsreligion erhoben wurde, begann man überall mit
dem Bau von Kirchen. So wurde in Rom bereits im Jahre 313 mit dem Bau der
Lateranbasilika, der Bischofskirche des Papstes, und 325 mit dem Bau der
St.-Peters-Basilika begonnen.
Der Name "Basilika" war ursprünglich das Wort für eine Mehrzweckhalle, in der
z.B. Märkte und Gerichtssitzungen stattfanden. Im Christentum wurde es dann für
die Bezeichnung aller Gotteshäuser verwendet. Heute bezeichnet das Wort Basilika
eine Kirche in einem bestimmten Baustil oder solche Kirchen, die durch bestimmte
Privilegien ausgezeichnet sind (z.B. Wallfahrtskirchen).
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Der
ursprüngliche Kirchenbaustil war also der basilikale Baustil: ein
rechteckiges Langhaus mit einer Apsis, die immer an einer Schmalseite
angebaut ist. In der Apsis befand sich die Kathedra, der Thron für den
Bischof. Um ihn herum befand sich im Halbkreis die Priesterbank. Vor dem
Langhaus, das in mehrere Schiffe unterteilt war, wurde meist eine
Vorhalle oder ein offener Hof gebaut. Oft zog man auch zwischen Apsis
und Langhaus noch ein Querschiff ein, das seinerseits wieder mit Apsiden
abgeschlossen wurde. An die Basilika war meist eine Taufkapelle
(Baptisterium) angebaut. |
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Im 8. Jahrhundert wird die
basilikale Bauform durch die Einflüsse des fränkischen Reiches abgelöst. Die
karolingische Kunst bringt vielfach Zentralbauten mit achteckigem Grundriß
hervor. Leider sind fast alle Bauten dieser Periode zerstört.
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Um
die Jahrtausendwende setzt sich die romanische Baukunst durch.
Sie ist die erste selbstständige und ausgereifte Kunst des christlichen
Abendlandes. Kennzeichen für diesen Baustil sind der Rundbogen und die
mächtigen Säulen und Mauern, die die romanische Gewölbeform ermöglichen.
Es werden Krypten, Nebenapsiden und Türme gebaut. Die Kirchen erwecken
oft den Eindruck einer Burg. Ein typisches Beispiel für die romanische
Baukunst ist das Langhaus der Klosterkirche in Heiligenkreuz.
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Im
späten Mittelalter setzten Bestrebungen ein, die Kirchen möglichst hoch
in den Himmel zu bauen. Diese Höhenentfaltung ist durch die Verwendung
von Spitzbögen und Stützmauern möglich. Ganz anders als bei der massiven
romanischen Bauweise werden in der Gotik die Wände in Säulen
zerlegt, auf denen die Gewölbe ruhen. Die Zwischenräume füllt man mit
riesigen Glasfenstern aus. Man nennt dies Skelettbauweise. Die Gotik
fand ab dem 12. Jahrhundert vor allem in Deutschland, Österreich,
Frankreich und England weite Verbreitung. Der Wiener Stephansdom und
unsere Pfarrkirche sind Bauwerke der Gotik. |
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Im 15.
Jahrhundert knüpfte man, von Italien ausgehend, wieder an die Formen der Antike
an. Diese Kunstform wird Renaissance genannt. In keiner anderen
Kunstepoche sind Kirchen prunkvoller ausgestaltet worden als in der Renaissance.
Baumeister, Bildhauer und Maler wetteifern miteinander in der Vollendung
religiöser Kunstwerke. Einer der bekanntesten unter ihnen ist Michelangelo
Buonarroti, der die Kuppel des wohl bedeutendsten Kirchenbaues jener Stilepoche,
des Petersdoms in Rom, entwirft.
Aus der Renaissance hat sich das
Barock entwickelt. Sie ist die vorherrschende Form der sakralen Kunst in
Österreich und hat im 17. und 18. Jahrhundert viele Kirchen- und Klosterbauten
hervorgebracht (z.B. Stift Melk).
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