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liturgische zeichen & symbole
Im täglichen
Leben sind wir auf Zeichen und Symbole angewiesen. Das gehört zur
zwischenmenschlichen Kommunikation.
Beispiele:
-
Jemand lächelt, wenn wir ihn
grüßen
-
Kopfnicken, Kopfschütteln
-
Herz als Symbol der Liebe
Zeichen und Symbole
Auch in der
Liturgie sind wir auf Zeichen und Symbole angewiesen, um die Geschehnisse beim
Gottesdienst anschaulicher zu gestalten. Beim Gottesdienst handelt es sich ja
auch um eine Kommunikation zwischen Gott und den Menschen, bzw. zwischen den
Gottesdienstbesuchern und den Altardienern.
Christus selbst hat Zeichen und Symbole verwendet: Er hat Talg auf die Augen des
Blinden gestrichen, er hat den Jüngern die Füße gewaschen, er hat Brot
gebrochen, ...
Damit Zeichen und Symbole verständlich sind, müssen drei Anforderungen erfüllt
sein:
-
Das Zeichen muss glaubwürdig
sein, man muss also darauf vertrauen können, dass z.B. eine Kniebeuge wirklich
als Zeichen der Demut und nicht als Turnübung gemacht wird.
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Das Zeichen muss angemessen
sein. Die Gottesdienstbesucher würden sich z.B. wundern, wenn wir uns vor
dem Priester auf den Boden werfen.
-
Das Zeichen muss verständlich
sein, es muss verstanden werden können. Niemand würde eine Eule als Symbol
für dem Hl. Geist erkennen.
Einheitlichkeit in der Liturgie
Jede
Gemeinschaft entwickelt mit der Zeit auch eine eigene Sprache und eigene Gesten.
Vereine haben Abzeichen und Uniformen. Man merkt dadurch gleich, dass man zu
einer Gruppe Gleichgesinnter gehört. Auch in der Kirche ist die Einheitlichkeit
in der Liturgie ein Zeichen ihrer Einheit. Egal, wo wir hinkommen, wir wissen,
wie dort die Heilige Messe gefeiert wird und können mitfeiern. Die lateinische
Sprache unterstreicht diese Einheit zusätzlich.
Aus diesen Gründen sind zwei Punkte zu beachten:
-
Das gläubige Volk soll die
heiligen Handlungen verstehen. Um die Liturgie nicht zu überladen, ist es
wichtig, "dass die Riten den Glanz edler Einfachheit an sich tragen und
knapp, durchschaubar und frei von unnötigen Wiederholungen sein sollen. Sie
sollen der Fassungskraft der Gläubigen angepasst sein und sollen im
allgemeinen nicht vieler Erklärungen bedürfen" (SC 34).
-
Die liturgischen Handlungen
sind nicht privater Natur, sondern Feiern der Kirche und Symbol ihrer
Einheit. Man kann deshalb nicht einfach in der Liturgie etwas hinzufügen,
wegnehmen oder ändern.
Auch die Kunst verwendet Zeichen und Symbole: Die
Gestaltung von Altären, Kanzeln, Messgewändern, Kelchen usw ist nicht dem
Zufall überlassen. Es steckt meistens ein Konzept dahinter ...
Liturgische Zeichen
Das Licht
In der ältesten Zeit wurde das Licht beim
Gottesdienst nur dann gebraucht, wenn es aus praktischen Gründen nötig war. Bis
in das 4. Jahrhundert hinein war die Verwendung des Lichtes aus symbolischen
Gründen nicht gebräuchlich, da es auch im heidnischen Gottesdienst verwendet
wurde.
Mit zunehmendem Abstand von den heidnischen Gebräuchen wurde das Licht aber zu
einem wichtigen Bestandteil der christlichen Liturgie. An vielen Stellen der
Bibel wird schließlich Gott und Christus mit dem Licht verglichen (z.B. "Ich
bin das Licht der Welt" (Joh 8, 12)). Das erste Zeugnis, dass das Licht als
Symbol verwendet wurde, gibt uns der Hl. Hieronymus (4./5. Jahrhundert). Er
berichtet: "Im Orient zündet man in allen Kirchen Lichter an, wenn das
Evangelium gelesen wird, auch dann, wenn die Sonne scheint. Dies geschieht
natürlich nicht deshalb, weil man die Finsternis vertreiben will, sondern um die
Freude auszudrücken." Das Licht trägt also immer den Charakter der Freude
und des Feierlichen an sich.
Nach der Vorschrift der Kirche sollen Kerzen oder Öllichter den Gottesdienstraum
erleuchten. Auch dies liegt in der Symbolik begründet, da das "Sich-selbst-verzehren",
um anderen Licht und Wärme zu spenden, an den Opfertod Christi erinnert.
Der Weihrauch
Wie das Licht war auch der Weihrauch in der Urkirche
wegen seiner Verwendung in den heidnischen Kulten nicht gebraucht, ja sogar
verpönt. Zur Zeit der Christenverfolgungen war das Streuen von Weihrauch vor den
Götterbildern ein Zeichen des Abfalls vom Glauben (Christen, die den heidnischen
Göttern opferten, hießen "Turificati"). Der Sieg des Christentums brachte
die Verwendung des Weihrauchs auch im Gottesdienst.
Die symbolische Bedeutung der Beräucherung liegt im Wohlgeruch und dem
Emporsteigen der Wolke zum Himmel. In der Offenbarung des Hl. Johannes lesen
wir: "Die goldenen Schalen voll Weihrauch, das sind die Gebete der Heiligen."
(Offb 5,8)
Das Wasser
Das Wasser ist eines der unentbehrlichsten Elemente
des Lebens. Daher spielt es bei allen Völkern eine große Rolle im Kult. Es ist
das Mittel zur Reinigung und als fließendes Wasser das Symbol des Lebens.
Wie die Heiden hatten auch die Juden eigene Vorschriften für die religiöse
Reinigung. So war die Waschung ein liturgischer Akt vor den Gottesdiensten und
vor jeder Mahlzeit (z.B. bei der Hochzeit zu Kana: das Wasser, das Jesus zu Wein
werden ließ, war für die vorgeschriebene Reinigung bestimmt). In den
altkirchlichen Basiliken waren sogar eigene Brunnen für die Waschung vorgesehen
(was vom Islam übrigens übernommen wurde). Heute gehört die Händewaschung zum
Ritus der Hl. Messe. Auch bei der Taufe und bei Segnungen dient das Wasser als
Symbol der seelischen Reinigung.
Das Öl
Dem Öl wurde überall eine
heilende und heilverbreitende Kraft zugeschrieben. Im Alten Testament wurden
Könige, Priester und Propheten zu ihrem Amt gesalbt. In der Erzählung Jesu vom
Barmherzigen Samariter wird Öl zur Reinigung und Schmerzlinderung verwendet. Im
Gebrauch der Kirche erhält die Salbung den Charakter einer Kräftigung und der
Gnadenvermittlung. Die drei gebräuchlichen Öle werden aus Oliven hergestellt und
am Gründonnerstag vom Bischof geweiht:
- Das Katechumenenöl (wird
vor der Taufspendung verwendet)
- Das Chrisam (Verwendung
nach der Taufspendung, bei den Weihen und der Firmung)
- Das Krankenöl (Verwendung
bei der Krankensalbung)
Die Asche
Schon im Alten Testament galt die Asche als Mahnung
an die Vergänglichkeit und Aufforderung zur Buße. Am Aschermittwoch wird die
Asche von den Palmzweigen des vergangenen Palmsonntags gesegnet und den
Gläubigen aufs Haupt gestreut. Die Segnung der Asche ist schon im 10.
Jahrhundert geübt worden.
Der Wein
Im Alten
Testament wurde der Wein bei allen Opfern verwendet. Der Weinberg, der
Weinstock, die Weinrebe und die Traube sind für das Reich Gottes, Christus und
die Gläubigen oft gebrauchte Symbole. Beim Ostermahl (Pascha) wurde der Wein mit
etwas Wasser gemischt getrunken. Dieser Brauch hat sich auch in der Messliturgie
der Kirche erhalten. Die Vereinigung von Wein und Wasser soll auch die
Vereinigung der göttlichen und der menschlichen Natur Christi andeuten.
Der Messwein muss reiner, natürlicher Traubenwein ohne Zusatz von fremden
Bestandteilen (z.B. Zucker) sein.
Das Brot
Auch das Brot
spielte beim jüdischen Paschamahl eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit dem Wein
ist es wesentliches Element für das Altarsakrament. Ursprünglich wurde Brot und
Wein als Hostie (lat. hostia = Opfer) bezeichnet. Seit dem 10. Jahrhundert wird
das Brot allein Hostie genannt.
Im römischen Ritus ist für die Feier der Hl. Messe ungesäuertes Brot zu
verwenden.
Gebete
bei der Bereitung von Brot und Wein
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Gepriesen bist du,
Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die
Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Wir bringen dieses Brot
vor dein Angesicht, damit es uns das Brot des Lebens werde.
Gepriesen bist du in Ewigkeit, Herr, unser Gott. |
Gepriesen bist du, Herr, unser Gott,
Schöpfer der Welt. Du schenkst uns den Wein, die Frucht des
Weinstocks und der menschlichen Arbeit. Wir bringen diesen Kelch vor
dein Angesicht, damit er uns der Kelch des Heiles werde. Gepriesen
bist du in Ewigkeit, Herr, unser Gott. |
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