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liturgische dienste



Aufgaben der Liturgie

Brüder und Schwestern!

Wie wir an dem einen Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder denselben Dienst leisten, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, als einzelne aber sind wir Glieder, die zueinander gehören. Wir haben unterschiedliche Gaben, je nach der uns verliehenen Gnade. Hat einer die Gabe prophetischer Rede, dann rede er in Übereinstimmung mit dem Glauben; hat einer die Gabe des Dienens, dann diene er. Wer zum Lehren berufen ist, der lehre; wer zum Trösten und Er mahnen berufen ist, der tröste und ermahne. er gibt, gebe ohne Hintergedanken; wer Vorsteher ist, setze sich eifrig ein; wer Barmherzigkeit übt, der tue es freudig.
(Röm 12, 1-8)
 

Die liturgischen Dienste

Natürlich sind alle Gläubigen zur aktiven Mitfeier der Gottesdienste gerufen. Dazu gehört vor allem das Mitbeten und Mitsingen. Einen besonderen Dienst vollziehen aber jene, die in unmittelbarer Nähe zum Altar und zu den heiligen Geschehnissen sind.

Der, der eigentlich den liturgischen Dienst vollzieht, ist Christus. Er ist der Liturgie schlechthin, er ist der Hohepriester. Christus tritt vor den Vater, betet ihn an und bittet für uns. Er ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen. Alle, die getauft sind, haben Anteil an diesem Priesteramt Christi und sind dazu berufen, den Dienst Christi in der Welt fortzusetzen. Die Kirche nennt dies das "allgemeine Priestertum". Neben dem allgemeinen Priestertum kennen wir noch das "Weihepriester- tum" als spezielle Berufung zur Verkündigung und zur Leitung der Gemeinden. Diese Dienste gehen auf die Apostel zurück.

Während zum allgemeinen Priestertum jeder ohne spezielle Beauftragung berufen ist, werden die Ämter der Verkündigung und der Leitungsgewalt seit den Zeiten der Apostel durch Handauflegung weitergegeben.
 

Das Weihepriestertum

Dieses Sakrament teilt sich in drei Weihestufen. Die Priesterweihe ist eigentlich nur eine von ihnen. Daher wird hier, um Verwechslungen zu vermeiden, der Ausdruck Weihesakrament verwendet.

Die liturgischen Gewänder, die bei allen drei Weihestufen gleich sind, sind Schultertuch, Alba, Zingulum und Stola (die der Diakon schräg von der linken Schulter zur rechten Hüfte trägt).

Die Weihe zum Diakon

Schon in der Apostelgeschichte (Apg 6, 1-7) lesen wir, dass die Apostel sieben Männer zu Diakonen beauftragten. Stephanus war einer von ihnen. Dieses Amt besteht also schon seit dem ersten Jahrhundert. Aufgabe des Diakons war der "Dienst bei den Tischen" (das war die tägliche Versorgung der Urgemeinde mit den gemeinschaftlichen Gütern), während die Apostel sich dem Gebet und der Verkündigung widmeten.
Das Diakonat ist die unterste der drei Stufen des Weihesakramentes. Beim Gottesdienst unterstützt der Diakon den Priester. Er liest das Evangelium, darf feierlich taufen und trauen, Begräbnisse leiten und den feierlichen Segen spenden. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil ist das Diakonat nicht mehr nur Vorstufe zur Priesterweihe, sondern wie zu Zeiten der Apostel, ein eigenständiger Dienst, den auch verheiratete Männer ausüben können.

Bei der Feier der heiligen Messe trägt der Diakon die Dalmatik.

Die Weihe zum Priester

Er ist Helfer des Bischofs und darf alle Sakramente mit Ausnahme des Weihesakramentes spenden. Ursprünglich waren Priester- und Bischofsamt ein und dasselbe. Das Wachsen der christlichen Gemeinden machte eine Trennung notwendig.

Bei der Feier der heiligen Messe trägt der Priester das Messgewand (Kasel).

Die Weihe zum Bischof

Das Wort bedeutet "Aufseher". Das Bischofsamt ist das höchste und die Vollendung aller Weihestufen. Es geht direkt auf die Apostel zurück. Der Bischof hat die Vollgewalt des Priestertums und darf alle Sakramente spenden.

Beim Gottesdienst trägt der Bischof die so genannten Pontifikalien: Mitra, Bischofsstab, Brustkreuz und Ring. Außerdem kann er unter dem Messgewand die Dalmatik tragen, um zu verdeutlichen, dass er alle drei Stufen des Weihesakramentes in seinem Amt vereint.
 

Historischer Rückblick

Früher gab es für jede liturgische Funktion eine eigene Beauftragung. Diese Beauftragungen wurden alle Weihe genannt. Daraus entwickelten sich die sogenannten "niederen Weihen" und die "höheren Weihen".

Die "niederen Weihen"

Alle "niederen Weihen" gehörten nicht zum Weihesakrament. Ursprünglich wichtig, verloren sie mit der Zeit immer mehr an Bedeutung und wurden schließlich nur Vorbereitungsstufen auf die Priesterweihe. In den 60er-Jahren wurden die "niederen Weihen" abgeschafft und stattdessen die Beauftragungen zum Lektoren- und Akolythenamt eingeführt.

  • Ostiarier, der niedrigste Weihegrad. Dieses Amt ist seit dem 3. Jahrhundert bekannt. Der Ostiarier war für das Bewachen der Kirchentüren und für das Läuten der Glocken zuständig.

  • Lektor. Aufgabe des Lektors war, beim Gottesdienst die Heilige Schrift vorzulesen. Dieses Amt stammt aus dem 4. Jahrhundert.

  • Exorzist. Er war befugt, mit Erlaubnis des Bischofs Besessene zu heilen. Auch dieses Amt stammt aus dem 3. Jahrhundert.

  • Akolyth. In alter Zeit oblag dem Inhaber dieses im 3. Jahrhundert entstandenen Dienstes die Sorge für das Licht und den Wein. Später war er Helfer des Subdiakons und des Diakons.

Die "höheren Weihen"

  • Subdiakon. Er war Helfer des Diakons und Verleser der Epistel (Lesung aus den Apo- stelbriefen). Mit Übernahme des im 3. Jahrhundert erstmalig erwähnten Amtes übernahm der Geweihte die Verpflichtung zum Zölibat. Auch die Subdiakonweihe war nicht Bestandteil des Weihesakramentes und wurde in den 60er-Jahren abgeschafft.

  • Dem Subdiakonat folgten die Weihen zum Diakon, Priester und Bischof.



Beim Apostel Paulus lesen wir über das Bischofs- und Diakonsamt:

Wer das Amt eines Bischofs anstrebt, der strebt nach einer großen Aufgabe. Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, nüchtern, besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren; er soll kein Trinker und kein gewalttätiger Mensch sein, sondern rücksichtsvoll; er sei nicht streitsüchtig und nicht geldgierig. Er soll ein guter Familienvater sein und seine Kinder zu Gehorsam und allem Anstand erziehen. Wer seinem eigenen Hauswesen nicht vorstehen kann, wie soll der für die Kirche Gottes sorgen? Er darf kein Neubekehrter sein, sonst könnte er hochmütig werden und dem Gericht des Teufels verfallen. Er muss auch bei den Außenstehenden einen guten Ruf haben, damit er nicht in üble Nachrede kommt und in die Falle des Teufels gerät.
Ebenso sollen die Diakone sein: achtbar, nicht doppelzüngig, nicht dem Wein ergeben und nicht gewinnsüchtig; sie sollen mit reinem Gewissen am Geheimnis des Glaubens festhalten. Auch sie soll man vorher prüfen, und nur wenn sie unbescholten sind, sollen sie ihren Dienst ausüben. Ebenso sollen die Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern und in allem zuverlässig. Die Diakone sollen nur einmal verheiratet sein und ihren Kindern und ihrer Familie gut vorstehen. Denn wer seinen Dienst gut versieht, erlangt einen hohen Rang und große Zuversicht im Glauben an Christus Jesus.
(1 Tim 3, 1b-13)

 

Dienste und Beauftragungen

Neben dem Weihesakrament gibt es, aus den alten "Niederen Weihen" hervorgegangen, zwei spezielle Dienste, zu denen der Bischof beauftragt: den Lektoren- und den Akolythendienst. Diese Beauftragungen werden, obwohl auch männliche Laien sie erhalten können, in der Regel nur Diakon- und Priesteramtskandidaten erteilt.
Der Lektor ist beauftragt, die Lesungen der Heiligen Schrift mit Ausnahme des Evangeliums vorzutragen. Auch kann er die Fürbitten und die Psalmen und Verse zwischen den Lesungen vortragen.
Der Akolyth ist zum Dienst am Altar und zur Unterstützung von Priester und Diakon beauftragt. Im besonderen ist es seine Aufgabe, bei der Gabenbereitung zu helfen und den Gläubigen die Kommunion zu spenden.

Die Beauftragung zum Kommunionhelfer kann jeder Laie bekommen. Der Kommunionhelfer unterstützt den Priester bei der Spendung der Heiligen Kommunion. Im Notfall kann ein Priester auch kurzfristig einen Gottesdienstteilnehmer zur Kommunionspendung beauftragen.

Meistens werden die Dienste des Akolythen (die Kommunionspendung ausgenommen) und des Lektors aber von Ministranten ausgeführt. Daher hat es sich in vielen Pfarren eingebürgert, auch die Ministranten in feierlicher Form in ihr Amt einzuführen.

Aufgabe des Oberministranten

Der Dienst des Oberministranten teilt sich in zwei Aufgabenbereiche:

  • Akolythendienst
  • Lektorendienst

Der Akolythendienst ist der Altardienst schlechthin. Der Akolyth unterstützt den Priester und den Diakon bei der Bereitung des Altares, bei der Purifizierung der liturgischen Geräte und bei der Verkündigung des Wortes Gottes. So dient das Tragen der Leuchter bei der Evangelienprozession nicht nur als bloße "Verschönerung".
Der Lektor verkündet die Schriftlesungen und liest Fürbitten, Verlautbarungen und ähnliches. Eine Sonderform des Lektorendienstes ist der Kantorendienst.


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