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liturgie



Die Herkunft des Wortes Liturgie

Liturgie wird vom griechischen Wort "Leitourgia" abgeleitet und bedeutet wörtlich übersetzt "Volkswerk". Darunter verstand man im klassischen Griechisch alle Dienste, die der Staat oder wohlhabende Bürger zum Wohle des Volkes leisteten. Etwa ab dem vierten vorchristlichen Jahrhundert stand es generell für alle öffentlichen Dienstleistungen. In der griechischen übersetzung des Alten Testamentes (ca 250 - 150 v. Chr.) verwendete man das Wort "Liturgie" als Bezeichnung für den jüdischen Tempeldienst. Das Neue Testament griff das Wort auf, wandte es jedoch auch auf neue Bereiche an. "Leitourgia" bezeichnet jetzt nicht nur den Gottesdienst, sondern auch den karitativen Dienst (2 Kor 9,12) und die Verkündigung des Evangeliums, die Missionierung (Röm 15, 16). In der nachapostolischen Zeit wurde der Begriff sowohl für den "Dienst für Gott" als auch für den "Dienst an der Gemeinde" gebraucht. Dann verlor das Wort an Bedeutung und geriet in Vergessenheit. Im 16. Jahrhundert fand das Wort "Liturgie" wieder Eingang in den Sprachgebrauch der Kirche, allerdings nur zur Bezeichnung der Eucharistiefeier. Ab dem 19. Jahrhundert ist es im offiziellen kirchlichen Sprachgebrauch als Wort für den gesamten Gottesdienst der Kirche heimisch. Erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird es wieder im ursprünglichen Sinn verwendet.
 

Die Liturgie im Gottesdienst

Die Feier der Erlösung als Grund für die Liturgie

Christus hat uns durch seinen Tod am Kreuz erlöst. In der Liturgie, besonders in der Feier der Heiligen Messe, setzen wir mit ihm das Werk unserer Erlösung fort. Denn wenn wir sein Fleisch essen und sein Blut trinken, werden wir in Ewigkeit leben (Joh 6, 48-58). Die Heilige Messe ist somit nicht nur bloßes Nachspielen des letzten Abendmahles. Sie ist Feier des Todes und der Auferstehung des Herrn und Verkündigung seiner Botschaft. Sie ist Eucharistiefeier - Danksagungsfeier. So beten wir zurecht: "Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit."

Die Gegenwart Christi

Gottesdienst ist aber nicht nur Feier unserer Erlösung. In der Liturgie ist uns Christus gegenwärtig:

- in der Person dessen, der den priesterlichen Dienst vollzieht,
- in den Sakramenten, besonders im Altarsakrament in der Gestalt von Brot und Wein,
- in seinem Wort, da er selbst spricht, wenn die heilige Schrift gelesen wird,
- wenn die Gläubigen beten und singen, denn: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18, 20).

Fortsetzung des Tuns Christi, Quelle des Heils

Jede Liturgiefeier setzt das fort, was Christus selbst getan hat: Gebet, Verkündigung, Sakramentenspendung, ... ! Die Liturgie ist daher ein wesentliches Tun der Kirche und eine heilige Handlung, die über alles andere gestellt ist. "Sie ist der Gipfel, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft kommt" (SC 10, 1. Absatz). Seit jeher spricht man von den drei Grundämtern der Kirche: die Martyria (Verkündigung und Bezeugung des Glaubens), die Leitourgia (Feier des Glaubens) und die Diakonia (Tun des Glaubens, die "guten Werke"). Diese drei Grundämter sind miteinander verflochten und durchdringen sich gegenseitig. Das Konzil schreibt: "Ehe die Menschen zur Liturgie hintreten können, müssen sie zu Glaube und Bekehrung gerufen werden" (SC 9, 1. Absatz). Die Verkündigung und Bezeugung der Glaubens, verbunden mit den guten Werken, sind also Grundvoraussetzungen, ohne die die Feier der Liturgie nutzlos wäre.

Handlung des ganzen Volkes Gottes

Da die Liturgie wirklich der Mittelpunkt des kirchlichen Lebens ist, so ist die ganze Kirche aufgerufen, mit Christus, unserem guten Hirten, die heilige Liturgie zu feiern. Alle, die getauft und gefirmt sind, haben Anteil am Priestertum Christi und ein jeder leistet den Dienst, zu dem er berufen ist (vgl. Röm 12, 4-7). Es gehört zum Wesen der Liturgie, dass alle bewusst und tätig an ihr teilnehmen. Sie ist nicht privater Natur, sondern Feier der Kirche und ihrer Einheit.

Symbole und Zeichen

Um die Heiligkeit der liturgischen Handlungen zu unter streichen und ihren Sinn zu verdeutlichen, bedient sich die Kirche vieler Zeichen und Symbole: Handauflegung, Salbung, Brotbrechen, das Trinken aus einem Kelch, Prozession mit dem Evangeliar, Weihrauch, Licht, Händewaschung, usw. Gott hat im Alten Testament den Menschen Zeichen und Sinnbilder gegeben, um das liturgische Leben des Volkes Israel zu kennzeichnen. Auch Christus hat Zeichen und Symbole bei der Verkündigung seiner Botschaft verwendet. Im Katechismus steht: "Zeichen und Symbole sind wie die Fäden, aus denen die Feier eines Sakramentes gewoben ist."
 

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